CocoCarelle

Interessierte Leserinnen und Leser wie Ihr sind die wertvollste Motivation für mich zu schreiben.

Meine Werkzeuge sind die leichte Feder sowie der scharfe Blick fürs Unwesentliche. Ich nehme das Leben nicht auf die leichte Schulter, aber sehr gerne auf die Schippe. Bei mir gibts garantiert keine Schmink- oder Diättipps. Ich mags naturbelassen, echt und ehrlich.

Schwebt mit mir durchs Leben - ganz ungeschminkt und luftig leicht.

 

 

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(August 2025)

 

Na, hattet Ihr schöne Sommerferien und seid gut zurückgekehrt? Mit Souvenirs, schönen Erinnerungen, sonnengebräunter Haut und Sand im Koffer? Dann seid Ihr ja bestens gerüstet, um mit frischer Energie in Euren Alltag zu starten.
Oder habt Ihr heftigen Sonnenbrand, seid jetzt finanziell abgebrannt und wart möglicherweise vor Ferienantritt gar ausgebrannt?
Dann befindet Ihr Euch, was den körperlich-/ seelischen Zustand betrifft, durchaus in guter Gesellschaft. Burnout lautet der moderne Fachbegriff. Die Zahl der Betroffenen ist schwer zu benennen, und Burnout ist gar keine klar festgelegte Diagnose. Aber schätzungsweise 25% der berufstätigen Bevölkerung beklagen grossen Stress durch die Arbeit, ca. ein Drittel der Bevölkerung leidet unter emotionaler Erschöpfung. Der Begriff spricht aber für sich: Wer ein Burnout hat, ist ausgebrannt. Das ist schlimmer als ein Sonnenbrand, denn den kann man mittels Hautbalsam lindern. Energielosigkeit, Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, Stimmungstief - ein Burnout  quält nicht oberflächlich, sondern vielschichtig.

 

Die gute Nachricht hierbei lautet: Wer ausgebrannt ist, muss irgendwann einmal gebrannt haben. Innerlich. Aus Leidenschaft für eine Sache, für das eigene Tun. Aus Liebe zu Menschen. Aus Begeisterung für das Leben. Man ist Feuer und Flamme. Das innere Feuer lodert. Damit diese Flammen immer schön gleichmässig züngeln können, muss natürlich regelmässig nachgelegt werden. 
Woraus dieses Brennholz besteht, das ist bei jedem anders. Die Dankbarkeit, die einem entgegengebracht wird. Der Applaus, der gespendet wird. Ein hübscher Lohn, der ausgezahlt wird. Die Befriedigung, die einem das eigene Tun bereitet. Die Liebe, die einen umfängt.

Blöd nur, wenn auf einmal dann doch die Munition ausgeht, das Pulver verschossen ist. Oder um es in einem friedvolleren Bild auszudrücken: Wenn der Ofen aus ist, weil kein Holz mehr vor der Hütte ist. Das Feuer erlischt. Es wird innerlich kalt. Übrig bleibt Verbranntes. Man ist ausgebrannt und leer.

 

Ein bisschen Hitze braucht’s unbedingt im Leben, sonst plätschert alles nur lauwarm vor sich hin. Wie langweilig ist das denn? Aber wie bei der Milch, die überkocht, wenns dann doch zu heiss wird, ist alles eine Frage der Dosis. Leider sind wir nicht alleine für unsere Temperaturregelung zuständig. Druck kommt nicht nur durch unser eigenes Anspruchsdenken - Druck kommt immer auch von aussen. Vom Arbeitgeber, der Leistung und Verfügbarkeit erwartet. Von der Familie, die Anwesenheit und Zuwendung braucht. Von der Bank, die die Erfüllung finanzieller Pflichten einfordert. Von der Gesellschaft, die Anforderungen an jeden stellt. Vom Verein, der fürs Kuchenbuffet am Turnfest einen Beitrag erwünscht…individuelle Beispiele gibt es viele.

 

Die Kunst, einem Burnout mit einer heilsamen Coolness vorzubeugen, besteht z.B. aus Gelassenheit. In diesem Wort steckt, mal etwas zu lassen oder gelassen zu haben, was einem momentan zu viel wird. Beim Kuchen fürs Vereinsbuffet mag das einfach sein, beim kurzfristig anberaumten Business- Meeting ist das schon schwieriger.
Eine gute Organisation ist auch wichtig. Unbedingt delegieren, was zu delegieren ist. Super! Meinen Zahnarzttermin darf mein Nachbar für mich absitzen, und für die fällige Rate des Kredits wird sich sicherlich auch problemlos jemand finden. Und meine Kolumne lasse ich von der KI verfassen. Dann kann ich in dieser Zwischenzeit eine kleine Pause einlegen. Ach, schön wärs….


Ja, kleine und grosse Pausen, so wie früher in der Schule, sind unabdingbar. Auch der Kopf drückt die Pausentaste. Diese Auszeit gehört nur uns. In diesem Vakuum des vermeintlichen Nichtstuns kann sich unsere innere Betriebstemperatur runterregulieren, und wir dürfen schlimmstenfalls sogar mal die - ich entschuldige mich für die Ausdrücke - „Scheissegal- und Leckmich“- Haltung einnehmen.

 

Es gäbe bei diesem brandaktuellen Thema noch viele heisse Aspekte zu besprechen, leider ist aber die Seite fast voll und hat nur noch Platz für einen letzten Ratschlag, der aber wirklich der Burner ist: Bewahrt einen kühlen Kopf bei einem heissen Herz. Und ein eiskalter Drink kann nie schaden.