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(Mai 2025)
Mann oh Mann! Oh mein Gott! Herrjemine! Ach Du meine Güte! Verflixt und zugenäht! Mist! Hhmmmmmh…Ich bin leider total sprachlos. Mir fehlen absolut die Worte. Nicht ein einziger vernünftiger Satz will entstehen. Ich bin so leer…das liegt daran, dass ich momentan schwer erkrankt bin. Für Schreibende gibt es eine wirklich schreckliche Krankheit, die einen ganz heimtückisch erwischen kann. Sie tut nicht weh und ist auch nicht ansteckend, ist aber trotzdem unangenehm: Es geht um die SCHREIBBLOCKADE!
Sie ist zwar zum Glück nicht unheilbar, bricht aber manchmal derart heftig aus, dass es eine ziemliche Weile braucht, um hiervon zu genesen. Eine wirklich sehr blöde Diagnose!
Der Heilungsprozess besteht aus mehreren Behandlungsschritten. Das Wichtigste: Ruhe bewahren! Hierfür muss natürlich nicht unbedingt strenge Bettruhe eingehalten werden. Schlafen ist aber erlaubt, denn Schlaf ist bekanntlich die beste Medizin. Hierbei kommt nicht nur ein kranker Körper, sondern auch ein müder Geist zur Ruhe. Der fiebrige Kopf muss unbedingt heruntergekühlt werden. Am besten die erschöpfte Birne mal ganz abschalten und das lahme Hirn lüften. Sehr gut helfen können auch so banale Tätigkeiten wie Unkraut jäten, Töpfe spülen, Müll entsorgen, Pullover stricken, Auto waschen - alles, wobei man nicht besonders viel denken muss.
Irgendwann befindet man sich dann in so etwas ähnlichem wie der schriftstellerischen Rehabilitation. Man sitzt wieder vor der weissen Seite und tastet sich auf der erwartungsfreudigen Tastatur zaghaft zurück in die Welt der Worte.
Nicht ärztlich verordnet, sondern selbst entdeckt habe ich als heilsames und rezeptfreies Mittel eine ganz wunderbare Medizin, die auf der Stelle wirkt und die leere Seite - so wie ein Filler die Falten füllt - füllt: Adjektive und Füllwörter. Eine grossartige Erfindung.
Ihr habt hoffentlich aufmerksam verfolgt, wie viele tolle Adjektive ich in diesem bisher eher inhaltsarmen, dünnen Text verwendet habe? Schon fast die Hälfte der angestrebten Zeichenanzahl habe ich hiermit bereits erreicht.
Ach, schön. Ich werde auf einmal ganz locker. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ich auf dem Weg der Besserung bin. Viel schreiben ohne viel zu sagen. Wieso eigentlich nicht? Man muss doch nicht dauernd was sagen, oder? Es gibt ja solche Schwätzer, die derart viel reden, so dass einem bald die wunden Ohren abfallen, aber die keine nennenswerten Inhalte mitteilen. Das kann ich auch. Ich mach’s eben schriftlich. Jetzt gerade zum Beispiel.
In diesem Moment fällt mir auf: Der Pantomime hat es wirklich gut. Er braucht gar keine Worte. Der weiss nicht einmal, wie man Schreibblockade schreibt. Satzbau, Wortwiederholungen, Grammatik, Stil - das kann ihm völlig egal sein. Es ist alles Interpretationssache der Zuschauenden.
Ich beneide auch den Komiker Piet Klocke. (Kennt Ihr den? Nein? Oh, das ist schade. Doch? Ach, zum Glück!) Ganz nebenbei: Diese letzte Klammer hat mir soeben 53 Zeichen geschenkt......So. Zurück zu Piet Klocke. Der macht es ganz schlau. Er schwätzt wirklich sehr viel, bringt seine Sätze aber meistens gar nicht zu Ende, verhaspelt sich von Thema zu Thema, hat nach zwei Stunden Bühnenprogramm so gut wie nichts gesagt und sein Publikum aufs Beste unterhalten. Der beherrscht die hohe Kunst der leeren Worte. Das möchte ich auch können. Zumindest will ich das üben. Heute seid Ihr mein Versuchskaninchen.
Auch das Komikerduo Ohne Rolf ist super. (Kennt Ihr die? Wenn ja, dann ist das sehr gut. Wenn nein, dann solltet Ihr schleunigst für ein Kennenlernen in einem kleinen Theater sorgen!).....(Hach, das waren gerade wieder 94 Zeichen in Klammern….)... also, weiter im Text:
Ohne Rolf sprechen nicht auf der Bühne. Sie kommunizieren mit hochgehaltenen Tafeln, auf denen aber jeweils nur sehr, sehr wenige Worte stehen. Ob die auf 4000 Zeichen pro Bühnenprogramm kommen, weiss ich nicht genau. Ich habe leider vergessen, das letzte Mal mitzuzählen. Es war aber ein wirklich origineller und unterhaltsamer Abend.
So. Genug für heute. Macht das Beste aus all dem Gesagtem. Ihr wisst ja: Weniger ist mehr......
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