CocoCarelle

Interessierte Leserinnen und Leser wie Ihr sind die wertvollste Motivation für mich zu schreiben.

Meine Werkzeuge sind die leichte Feder sowie der scharfe Blick fürs Unwesentliche. Ich nehme das Leben nicht auf die leichte Schulter, aber sehr gerne auf die Schippe. Bei mir gibts garantiert keine Schmink- oder Diättipps. Ich mags naturbelassen, echt und ehrlich.

Schwebt mit mir durchs Leben - ganz ungeschminkt und luftig leicht.

 

 

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(August 2025)

 

„Heitere Aussichten“. Das sind stets die ersten Worte, nämlich als namensgebende Überschrift jeder einzelnen Kolumne, die ich für eine Zeitschrift monatlich verfasse.
Heiterkeit. Ich mag dieses Wort sehr, obwohl es etwas aus der Mode gekommen zu sein scheint. Ausser im Wetterbericht, wo heiter mit wolkig als Duett auftritt, höre ich dieses Wort höchst selten. Ich selber benutze den Begriff auch komischerweise nur schriftlich.

Heiterkeit ist wie ein Cocktail, der für mein Empfinden nicht nur aus Fröhlichkeit besteht, sondern besonders auch mit Gelassenheit gemixt ist. (Gerne auf Eis. Mit Zitrone. Und Minze.) Und Gelassenheit bedeutet eine gewisse positive Glättung der Emotionen, auch wenn‘s im Leben mal wieder nicht wirklich glatt läuft.

Bleibt Ihr mal gelassen, wenn der Reis überkocht... gar nicht so einfach. Reis habe ich in meinem Leben, in welchem ich schon einige Jahre lang koche, übrigens noch nie hinbekommen, ohne dass der Topf übergeschäumt ist. Das ist anscheinend mein Reis- Ritual. Andere, normale Menschen haben eher Reise- Rituale. Wahrscheinlich esse ich daher auch lieber Nudeln oder Kartoffeln.

So, jetzt aber zurück vom Herd und heiter weiter im Text: Da hilft also beim Überkochen von Reis oder irgendwelchen Emotionen die Gelassenheit. Nichts wird so heiss gegessen, wie‘s gekocht wird. Auch der Reis hat sich irgendwann auf eine gute Temperatur beruhigt, und der Herd wird auch wieder sauber. Wenn man dann noch über die eigene Ungeschicklichkeit lachen kann (es wäre doch gelacht, wenn einem das Lachen im Halse stecken bliebe! Auch der blöde Reis reisst mich nicht raus!), dann ist das souverän, locker - und heiter. Ganz einfach, oder?


Ein weiteres heiteres Beispiel: Ich stelle mir gerade vor, eine total wichtige Politikerin zu sein, mit Antrittsbesuch beim amerikanischen, türkischen, venezolanischen, ungarischen, nordkoreanischen, russischen, chinesischen oder manch afrikanischen Machthaber (boaahh, so viele Schreckgespenster!). Konfrontiert mit Unverschämtheiten, Respektlosigkeiten, Lügen, Unversöhnlichkeit, Arroganz, öffentlichen Beschimpfungen und Blossstellungen vor laufender Kamera reagiere ich nicht nur knallhart schlagfertig, sondern auch total unaufgeregt - und sehr heiter. Meine politischen Gegenspieler stossen auf eine derartig heitere Nichtangriffsfläche, ähnlich einer Teflonbeschichtung, die die Despoten in ihrer machtgierigen Haltung ziemlich sprachlos, im besten Fall sogar machtlos macht. Allein schon deren Sprachlosigkeit wäre ein echter Erfolg, denn  dann käme kein Blödsinn zum Quadrat aus deren Mündern heraus. Meine Heiterkeit dient hier also der Friedensstiftung.

Aber schade - ich bin’s ja bloss, eine völlig unwichtige Person in diesem ganzen Politrummel. Leider alles nur ein schöner Traum, eine Illusion. Mich als heitere Teflonpfanne will gar niemand am Regierungssitz empfangen. Bitte, dann halt nicht. Selber schuld.


Der Begriff der Heiterkeit beinhaltet auch Optimismus. „Bleiben wir heiter - alles wird gut“ - dieser Satz trotzt allem Bösen, Schweren, Traurigen, was gerade ungebeten unser Leben kreuzt, uns hilflos, traurig oder ängstlich macht. Wir bleiben zuversichtlich und sehen trotz allem positiv der Zukunft entgegen.


Und Heiterkeit drückt auch Respekt aus. Denn ich bewahre mir nur mein fröhliches, humorvolles und unerschrockenes Gemüt, aber ich lache niemals irgendjemanden aus. Denn das gehört sich nicht. Höchstens bei mir selber ist das erlaubt.

 

Heiter geht es hoffentlich weiter. Vielleicht sollten wir dieses Wort ein bisschen öfter benutzen, oder noch besser: die Heiterkeit immer öfter leben. Heiter bedeutet nicht, sich brüllend vor Lachen auf den Schenkel zu hauen. Nein, Heiterkeit hat diese spezielle sympathische Leichtigkeit, die wie ein luftiges Tuch alles ganz zart und freundlich umhüllt und schützt, aber nicht zudeckt oder gar erstickt.

Bleiben wir also unbedingt heiter und lächeln in die Welt.