CocoCarelle

Interessierte Leserinnen und Leser wie Ihr sind die wertvollste Motivation für mich zu schreiben.

Meine Werkzeuge sind die leichte Feder sowie der scharfe Blick fürs Unwesentliche. Ich nehme das Leben nicht auf die leichte Schulter, aber sehr gerne auf die Schippe. Bei mir gibts garantiert keine Schmink- oder Diättipps. Ich mags naturbelassen, echt und ehrlich.

Schwebt mit mir durchs Leben - ganz ungeschminkt und luftig leicht.

 

 

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(Juli 2025)

 

Ein schönes und wahres Sprichwort sagt: Glück ist Alltag. Ganz gewöhnlicher Alltag. Das ist zu 100% wahr. Spätestens, wenn ein unvorhergesehenes Unglück, eine Krankheit, irgendeine Not das Leben durchkreuzt, wird einem bewusst, wie wertvoll das stinknormale, unaufgeregte  Dasein ist!


Mein auch vermeintlich langweiliger Alltag gestaltet sich dennoch fast wie der einer Prinzessin. My home is my castle! Denn ich beschäftige einige fleissige Helfer, die mich tatkräftig unterstützen. Mein Haus- und Hofpersonal ist sich in seinen Grundeigenschaften ziemlich ähnlich: alle sind rund um die Uhr verfügbar, sind sich für nichts zu fein, erledigen ihre Aufgaben zuverlässig und gründlich, sind in keiner Gewerkschaft organisiert, arbeiten tatsächlich ohne Stundenlohn, beanspruchen keine Ferien und sind absolut treu. Und - alle sind männlich. Das ist wirklich Zufall, ich weiss auch nicht, wie das passieren konnte. Ich stelle Euch meinen Haushaltsharem gerne mal vor:


Es beginnt mit einem freundlichen Empfang: Rudi steht seit über 10 Jahren vor meiner Haustür. Mein Portier ist ein grosser Vogel mit gewitztem Blick, spitzem Schnabel und stolzem Schwanzgefieder aus Blech sowie einem stabilen Thorax aus Stein. Auch Wind und Wetter hauen ihn nicht um. Schon so mancher Katalog ist statt im Briefkasten in Rudis Schnabel geklemmt bei mir gelandet. Eine nette Spielerei des Briefträgers, der sich anscheinend mit ihm über all die Jahre angefreundet hat.

Rudi hat auch einen kleinen Coucousin: Horst. Horst ist also auch ein Vogel aus Metall und Stein und steht in sicherer Entfernung (Verwandte können sich bei zu viel Nähe ja auch mal auf den Keks gehen!) auf der Terrasse. Gar nicht als störend empfindet Horst hier Karlheinz. Er ist ein Blechrabe, und ganz anders als Rudi und Horst hat er kurze Beinchen und sitzt nur als Zierde scheinbar nutzlos zwischen meinen Blumentöpfen auf dem Tisch. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber seit Karlheinz dort hockt, haben wir viel weniger Fliegen und Wespen, die uns beim Essen stören.
Oder  liegt die Verantwortung hierfür eher bei ihm? Herr Weber thront im Yogasitz draussen,  stammt aus Südtirol, ist ein kindsgrosser vergipster Frosch und sieht so süss aus, dass ich ihn aus den Ferien mit nach Hause nehmen musste (er durfte angeschnallt auf dem Rücksitz reisen und aus dem Fenster gucken. Die anderen Autofahrer haben auch geguckt…). Seit Herr Weber bei uns wohnt, ist es  ziemlich tiefenentspannt geworden. Von ihm - tagaus tagein im achtsamen Yogasitz - habe ich gelernt, breit zu grinsen und ruhig zu bleiben, auch wenns mal gewittert oder sonstwie im Leben blitzt und donnert.
Ein bisschen Bewegung muss aber doch sein, und die kommt durch Bernd, unseren automatischen Rasenmäher. Bernd ist Vegetarier und mag am liebsten Gras. Regelmässig mümmelt er, fast wie ein Schaf, auf der Wiese herum, wodurch diese immer schön englisch grün daherkommt. An Bernd schätze ich besonders, dass bei ihm im Gegensatz zum Schaf hinten nix rauskommt. Bernd hat keinen Magen-Darm-Trakt. Er ist zu 100% stuben…nein- gartenrein.


Auch drinnen bin ich nicht allein. Detlev liegt mir sozusagen zu Füssen, und manchmal kriecht er auch vor mir. Er ist mein Staubsaug-Roboter und giert nur darauf, seinen Appetit auf Dreck zu stillen. Er rollt gefrässig durch die Bude und saugt auf, was das Zeug hält und ist dabei so neugierig, dass er sogar in die Ecken und unters Bett schaut. im Gegensatz zu Bernd muss Detlev aber immer mal. Selbständig rollt er zu seiner Station mit eingebauter Toilette. Mit viel Lärm entleert Detlev sich und lädt gleichzeitig seinen Akku auf. Der versteht was von speditivem Management.

Detlev ist übrigens bereits der zweite Staubsaug-Roboter in meinem Haushalt. Vor einigen Jahren hatten wir Egon zu betrauern, ihn hatte plötzlich das Zeitliche gesegnet. Ich tippe als Todesursache auf Staublunge.


Mein Mann musste lernen, dass er nicht der Einzige in meinem Leben ist. Ach naja, solange er nicht staubsaugen oder vor der Tür rumstehen muss, kann er vermutlich ganz gut damit umgehen. Und sein Name ist auch hübscher als die seiner Konkurrenten.